Grünkohlfahrt im März 2019

Mathias Hartmann

Die „Trierer Kanufahrer 1948 e.V“ boten in diesem Jahr wieder eine Grünkohlfahrt für Samstag,
den 16. März 2019, an. Das Angebot haben neun Wanderkajakfahrer unseres Vereins gerne angenommen und sind am Vortag bereits angereist. Die Fahrt wurde von Ingo geleitet.

Freitag – Anfahrt
Am Freitag haben wir uns am Nachmittag am Vereinsheim getroffen. Mit guter Laune wurde das Gepäck in den Bus verstaut und die Boote auf dem Anhänger verzurrt. Um ziemlich genau sechzehn Uhr ging die Fahrt durch den Feierabendverkehr in Richtung Trier mit gelöster Stimmung los. Nach drei Stunden erreichten wir unser Ziel ohne Zwischenfälle. Auf dem Vorplatz des Trierer Vereinsheims gab es hinreichend Platz, sodass der abgekoppelte Anhänger und der Bus schnell abgestellt waren. Jetzt galt es, Quartier im Vereinsheim zu beziehen. Ich muss erwähnen, dass ein Vereinskamerad und ich ein Hotel gebucht hatten. Allerdings lag mein Hotel etwas auβerhalb. Im Hotel erreichte mich der Anruf, dass wir uns im „Croatia“ zum gemeinsamen Essen treffen werden. Der Weg vom Hotel zum besagten Restaurant dauerte leider etwas länger. Es hat mich sehr beeindruckt, dass die Gruppe mit der Bestellung des Essens auf mich gewartet hat. Als Zeichen der mir zugeteilten Wertschätzung ging die erste Getränkerunde mit Freude auf mich. Vielen Dank nochmal an Alle. Nach dem leckeren Essen sind wir zum Vereinsheim zurückgegangen und haben da noch schön zusammengesessen.

Samstag – Grünkohlfahrt
Ein kurzer Überblick über den Fahrtverlauf
Die Boote wurden in dem luxemburgischen Ort Rosport, der an der Sauer liegt, eingelassen. Die Sauer bildet den Grenzfluss zwischen Deutschland und Luxemburg und flieβt bei Wasserbilligerbrück (deutsche Seite der Sauer) in die Mosel. Eigentlich war geplant, die Fahrt auf der Mosel bis zum Trierer Vereinsheim laufen zu lassen, aber wegen der ungünstigen Strömungen vor dem Vereinsheim wurde der Auslass auf Höhe des Schlosses Monaise vorverlegt.

Die Fahrt

Am Vormittag ging die Fahrt mit den Transportfahrzeugen nach Rosport los. Wir konnten uns schon bei der Anfahrt ein Bild von der Sauer machen, weil die Straβe neben dem Fluss verlief. Die Sauer ist sonst eher ein beschauliches Flüsschen; vergleichbar mit der Wupper. Aber wegen des Hochwassers konnten wir schon einige Stromschnellen ausmachen.
Die Boote waren alle zügig vom Anhänger genommen und zum Ufer getragen worden. Das Zuwasserlassen war sehr angenehm, weil das Ufer durch eine Wiese gebildet wurde. Nachdem alle Boote im Wasser waren, ging es gemächlich mit etwa vierzig Booten los. Ein „Vorfahrer“ diente der Geschwindigkeitsorientierung; schlieβlich sollte dieser nicht überholt werden. Damit war sichergestellt, dass die Gruppe nicht auseinanderlief.
Innerhalb unseres Vereins hatten wir noch festgelegt, wer mit wem zusammen fuhr, damit niemand „alleine“ paddelte. Das war eine gute Idee.
Aufgrund des Hochwassers trieben einige kleinere Holzstämme auf dem Wasser; von der Uferseite  strömte das Wasser zum Teil schräg in die eigentliche Hauptfahrrinne. Das war strömungsmäβig wieder eine neue Erfahrung. Richtig Spaβ bereitet haben uns die Stromschnellen mit recht ordentlichen Wellen. Der Wildwasserfahrer mag an dieser Stelle gerne schmunzeln, aber für den Wanderkajakfahrer ist das schon etwas Besonderes. Ein Vereinsmitglied der „Trierer Kanufahrer“, der den Fluss sehr gut kannte, hat an den heiklen Stellen als Lotse fungiert, sodass wir stets wussten, wie und wo wir am besten durch die Stromschnellen gelangen konnten. Das war sehr hilfreich. Nach zirka fünfzehn Kilometern haben wir nach einer interessanten Fahrt die Mosel erreicht und sind dort „links“ abgebogen; heiβt, es ging auch hier stromabwärts in Richtung Trierer Vereinsheim. Wir haben aber noch einen Zwischenstopp eingelegt, an dem die „Trierer Kanufahrer“ eine leckere Suppe, Kaffee und sogar kleine Süβigkeiten anboten. Das war eine hervorragende Idee und hat richtig gut getan.
Weiter ging es nach dem Halt bis auf die Höhe von Schloss Monaise. Das Anlanden gestaltete sich als nicht ganz leicht, weil das Ufer zum Teil von dicken Steinen gesäumt und die Böschung recht steil war. Aber mit vielen helfenden Händen sind alle sicher ans Ufer gekommen. Insgesamt sind wir sechsundzwanzig Kilometer gepaddelt. Da die Autos und die Anhänger noch in Rosport standen, mussten die Fahrer wieder dorthin gefahren werden. Die Rückholung der Fahrzeuge hat einige Zeit in Anspruch genommen.
Nachdem die Boote wieder auf dem Anhänger verladen waren, ging es zurück ins Vereinsheim, in dem schon Kaffee und Kuchen und sogar Waffeln mit heiβen Kirschen und Sahne auf uns warteten. Grandios, was dieser Verein alles auf die Beine gestellt hat. Das war aber noch nicht alles; schlieβlich hieβ die Fahrt „Grünkohlfahrt“, und der Grünkohl wurde am Abend mit leckeren Würstchen und Kartoffeln aufgetischt. Dass das Essen schmeckte, konnte man daran sehen, dass auch schon mal ein zweiter Teller gefüllt wurde. Es blieb jedenfalls nichts übrig, was für die Küche sprach. Wegen des für Sonntag angekündigten schlechten Wetters waren wir uns an diesem Samstagabend schnell einig, dass wir nicht mehr paddeln gehen, sondern uns Trier anschauen wollten. Ein ortskundiges Vereinsmitglied der „Trierer Kanufahrer“ bot sich als Fremdenführer an. Das Angebot konnten wir unmöglich ausschlagen.
 
Sonntag
Gegen zehn Uhr trafen wir uns bei regnerischem Wetter vor dem Vereinsheim.  Der nette Fremdenführer hatte vorab noch Einiges über die Mosel und über Luxemburg berichtet, bevor es zu den Sehenswürdigkeiten Triers losging. Nach einem kurzen Marsch erreichten wir die erste Sehenswürdigkeit – die „Porta Nigra“ – die wuchtige Torburg am Nordeingang der Altstadt. Von dort ging es dann weiter durch die Innenstadt. Da Trier die Geburtsstadt Karl Marx ist, hat man ihm zu Ehren eine Statue errichtet. Diese 5,5 Meter hohe Bronzestatue hat die Stadt Trier zum 200. Geburtstag  von Karl Marx als Geschenk von China erhalten.
Unbedingt erwähnenswert ist die Besichtigung des Trierer Doms. Der Dom war ein imposantes Gebäude, das über einen schönen Kreuzgang verfügte und den Besucher in eine mittelalterliche Welt versetzen konnte. Besonders ist sicherlich auch, dass der Dom über einen Gang, der „Paradies“ heiβt, mit der Liebfrauenkirche verbunden ist. Zusammen bilden Dom und Kirche ein gewaltiges Bauwerk. Ich möchte in diesem Bericht nicht alle Sehenswürdigkeiten erwähnen, aber die kurzen Erläuterungen vermitteln sicherlich ein Bild, wie gut die Besichtigungstour war. Nach gut drei Stunden detailreicher Führung sind wir ins „Louisiana“ gegangen, um dort etwas zu essen. Das Essen war klasse, die Lokalität empfehlenswert.
Vom „Louisiana“ sind wir auf kurzem Weg zurück zum Trierer Vereinshaus gegangen. Da die Sachen vorab schon im Bus verstaut waren, konnten wir, nachdem der Anhänger angekoppelt war und wir uns verabschiedet hatten, den Heimweg antreten. Auf dem Heimweg hatte es zwar hin und wieder mal geregnet, aber das war nicht weiter schlimm, weil wir sogar einen Regenbogen sehen konnten. Gegen siebzehn Uhr erreichten wir unser Vereinsheim. Mich fasziniert immer wieder, wie schnell die Boote abgeladen und in der Halle verstaut sind. Einige Vereinskollegen haben aber noch deren Boote gereinigt.

Zusammenfassung
Ein groβes Lob geht an Ingo, der erstmalig als Fahrtenleiter tätig war und seine Aufgabe sehr gut und sicher gemeistert hat. Klasse fand ich auch, dass die Gruppe sehr gut harmonierte. Solche Fahrten ermöglichen, dass man sich anders und besser kennenlernt. Was die „Trierer Kanufahrer“ auf die Beine gestellt haben, war groβartig. Es waren nicht nur die bereitgestellten Schlafmöglichkeiten, sondern auch die Verkostung an dem Zwischenstopp. Nicht zu vergessen, der Kaffee mit Kuchen, die Waffeln mit Sahne und Kirschen und der grandiose Grünkohl, und für uns sogar noch die unglaubliche Stadtführung.

Das war eine rundherum gelungene Fahrt.